Impfungen



Impfplan laut Sächsischer Impfkommission

Die folgenden Seiten enthalten einen Impfplan laut Sächsicher Impfkomission (kurz: SIKO)
sowie Hinweise warum so früh wie möglich geimpft werden sollte und was passieren kann
falls kein ausreichender Impfschutz vorhanden ist.

 

Empfohlenes Impfalter: Impfung gegen:

 

 

 

ab 3. Monat
(8. Lebenswoche)

 

 

 

 

 


3x im Abstand von 4 Wochen

Diphtherie- Tetatnus- Pertussis- Polio (IPV) - Haemophilus influenza Typ B + Hepatitis B (6-fach)

alternativ:
3x im Abstand von 4 Wochen
Diphtherie- Tetatnus- Pertussis- Polio (IPV) - Haemophilus influenza Typ B (5-fach) + 2x Hepatitis B
(3. Impfung 6 Mon. nach 2. Impfung)
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2x im Abstand von 8 Wochen
Pneumokokkenimpfung

 

 

 

2 oder  3 x im Abstand von 4 Wochen
Rotavirus Schluckimpfung

 

 

3 x im Abstand von 4 Wochen
Meningokokken - B

 
2x im Abstand von 8 Wochen

Menigokokkenimpfung - C

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ab 13. Monat

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 1. Windpockenimpfung

1. Mumps-Masern-Röteln (MMR)

Auffrischung Impfung Menigokokken - B

 


3x
Hepatitis A + B
(wenn noch keine Hepatits B erfolgt)


4. Pneumokokkenimpfung
3. Meningokokkenimpfung - C
4. Meningokokken -B -Impfung (alternativ 2-malige Impfung ab 2. Geburtstag)

 

 

2. Windpockenimpfung

4.
Diphtherie- Tetatnus- Pertussis- Polio (IPV) - Haemophilus influenza
Typ B + Hepatitis B (6-fach)
bzw.
4. Diphtherie- Tetatnus- Pertussis- Polio (IPV) - Haemophilus influenza Typ B (5-fach)

ab 5. Lebensjahr
2. Mumps-Masern-Röteln Impfung

5. Tetanus-Diptherie-Pertussis
(Auffrischung)

ab 10. Lebensjahr für
    Mädchen
   (9.Geburtstag)


2x HPV-Impfung
3x lige Impfung ab 14./15. Geburtstag

ab 11. Lebensjahr
6.
Tetanus-Diphtherie, Pertussis, Polio
(Auffrischung)

ab 14./15. Geburtstag für
    Mädchen
 


3x HPV-Impfung



 

 Jährliche Grippeimpfung möglich im Indikationsrahmen der SIKO.

 

Pneumokokken-
impfung
Indikationsimpfung für:

- Kinder nach dem zweiten Geburtstag
  mit Gedeihstörungen oder neuro-
  logischer Erkrankung
  (z.B. Anfallsleiden)

- angeborene Immundefekte

- Chronische Krankheit (Herz-Kreis-
  lauf, Erkrankung d. Atmungsorgane,
  Diabetes mellitus ...)
Warum so früh wie möglich impfen?

Das Immunsystem von Kindern muss erst noch reifen. Das Kind ist in der Entwicklungszeit viel anfälliger als im Erwachsenenalter. Das Risiko von Komplikationen durch eine Infektion ist besonders hoch.

Das Immunsystem baut Antikörper sowohl durch Impfung wie auch nach einer durchlaufenen Krankheit auf. Das hat aber keinen Einfluss auf die allgemeine Widerstands- fähigkeit eines Menschen.

Eine Krankheit verbessert die Abwehrkräfte Ihres Kindes nicht, sondern birgt die Gefahr von schwerwiegenden Komplikationen, die das Kind lebenslang schädigen oder lebensbedrohend sein können.
Bei vielen Kankheiten ist auch kein sog. "Nestschutz" vorhanden (z.B.: Keuch- husten). Der Aufbau des kompletten Impfschutzes braucht auch Zeit. Also je früher Ihr Kind geimpft wird umso eher ist es vor einer Krankheit und ihren Folgen geschützt.

 

Diphterie

In jedem Alter kann diese schwerwiegende Infektions- krankheit auftreten. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion (z.B.: niesen, husten, sprechen, ...). Von den Bakterien wird ein Gift gebildet, welches zur Entzündung auf der Schleimhaut im Nasen-, Rachenraum führt. Bei schweren Krankheitsverläufen können Herz- muskelschwäche und Nervenlähmung auftreten.

Tetanus (Wundstarrkrampf)

Dringen Tetanussporen (Bakterien) in eine Wunde ein, kann es zu einer schweren Wundinfektion kommen. Diese führt im Weiteren zur Erkrankung des Nervensystems mit Muskelkrämpfen. Für die Erkrankung reichen kleinste Verletzungen aus, (z.B.: Fahrradsturz, Risswunden beim Spiel im Garten) welche mit dem weltweit verbreiteten Erreger infiziert werden. Anfangs tritt eine fortschreitende Muskelstarre ein. Der Erkrankte erleidet Krämpfe der Atem- und Herzmuskulatur. Auch heute noch liegt die Sterblichkeit bei nahezu 60% trotz intensiver stationärer Behandlung.

Keuchhusten (Pertussis)

Keuchhusten ist eine Krankheit mit einem hochansteckenden Bakterium. Der Ansteckungsweg ist die Tröpfcheninfektion (husten, niesen, sprechen). Für Säuglinge kann diese Erkrankung rasch tödlich verlaufen, da sie ihr schutzlos ausgesetzt sind und die typischen Krankheitszeichen fehlen können. Dadurch kann sich die Diagnosefindung und entsprechende Behandlung verzögern. Erstickungsanfälle können zum Tode führen. Schwere Erkrankungen wie Lungen-, Gehirn-, Mittelohrentzündung können auftreten.

Kinderlähmung (Poliomyllitis)

Bei der "Polio" handelt es sich um eine virale Erkrankung. Sie kann zu Lähmungserscheinungen von Armen und Beinen führen, welche auch lebenslang erhalten bleiben können. Ist die Atemmuskulatur betroffen kann es auch zu Todesfällen kommen. Die Erkrankungszahlen in den "zivilisierten" Ländern sind in den letzten Jahren drastisch gesunken, aber immer noch existiert das Virus und kann über Auslandsreisen nach Deutschland eingeschleppt werden. Der Schutz erfolgt mit einem zu injizierenden Totimpfstoff mit guter Verträglichkeit. Die abgeschaffte Schluckimpfung mit Lebendimpfstoff trug das Restrisiko einer Infektion nach der Immunisierung.

 

HIB (Haemophilus influenzae Typ b)

Das Bakterium H.i. Tyb b ist ein Erreger, der besonders im Kleinkindalter zur Entzündung der Hirnhaut, der Ohren, Gelenke und des Kehlkopfes führen kann. Am gefährlichsten ist der Befall der Hirnhaut (Meningitis) und des Kehldeckels (Epiglottitis). Das Säuglingsalter ist das häufigste Erkrankungsalter. Es bestehen zwar Therapiemöglichkeiten, trotzdem kommt es in einzelnen Fällen zu tödlichem Ausgang. Mit Einführung der Impfung konnten die Erkrankungszahlen stark gesenkt werden.

Mumps

Mumps ist eine durch Tröpfcheninfektion übertragene Viruserkrankung, die aufgrund der hohen Ansteckungs- fähigkeit vor allem im Kindesalter vorkommt. Neben allgemeinen Krankheitssymptomen wie Abgeschlagenheit, Fieber, Kopf-, Hals- und Ohrenschmerzen, kommt es zur Entzündung der Ohrenspeicheldrüsen, wodurch die typischen Hamsterbacken enstehen.
Gefürchtete Komplikationen sind Beteiligungen anderer Organe (z.B. Bauchspeicheldrüse, Hodenbeteiligung kann nach der Pubertät zu Zeugungsunfähigkeit führen).
Bei 10 Prozent der Erkrankten tritt eine Hirnhautzündung auf.
Masern

Das Masernvirus wird von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion über die Schleimhaut des Atemtraktes und der Augen übertragen.
Die Krankheit äußert sich durch untypische Entzündungen im Nasen-Rachenraum, trockenen Husten, Entzündungen der Bindehaut, hohem Fieber sowie einem typischen Hautausschlag.
Nicht selten treten Folgeerkrankungen wie Mittelohr- und Lungenentzündung auf. Eine gefürchtete Komplikation ist die Gehirnhautentzündung, an der jeder 5. Patient stirbt.

Röteln
Die Ansteckung erfolgt direkt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion oder über Gegenstände.
Das Krankheitsgefühl ist meist nicht schwer. Zu mäßigem Fieber kommt ein typischer Hautausschlag, der sich von oben nach unten über den ganzen Körper ausbreitet sowie Lymphknotenschwellung.
Erwachsene erkranken meist schwerer und haben zusätzlich noch Gelenkbeschwerden. Bei Infektion in der Schwangerschaft droht eine Fehlgeburt oder Fehlbildung beim ungeborenen Kind (Rötelnembryopathie).

 

Rotavirusinfektion

Es handelt sich um einen hochansteckenden Virus, welcher akuten Brechdurchfall auslöst. Es gibt verschiedene Virus-Typen. Die Ansteckung erfolgt in aller Regel über Schmierinfektion. Bedeutsam ist der drohende Flüssigkeitsverlust bei Infektion. Dieser kann zu einen stationären Aufenhalt führen.




 

Varizellen

Es handelt sich um eine hochansteckende Viruser- krankung. Das Virus wird über Husten, Niesen, Sprechen übertragen. Erkrankte bekommen einen juckenden Hautausschlag mit wässrigen Bläschen. Die Verläufe sind sehr unterschiedlich. Gefürchtet ist der Ausschlag auf bereits geschädigter Haut (Neurodermitis).
Zu den Komplikationen zählen Superinfektion mit Fieber sowie Befall des Kleinhirns und der Hirnhaut. Je nach Stadium der Schwangerschaft kann es durch das Virus zu Schädigungen des Fötus kommen.

Meningokokken -C-

Meningokokken sind kugelförmige Bakterien, die im Nasen- Rachenraum leben. Die Übertragung der Meningokokken erfolgt nur durch den Menschen über Tröpfcheninfektion. Außerhalb des Menschen können Meningokokken nicht überleben. Es gibt zwei Verlaufsformen: 1. Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) , 2. Blutvergiftung (Sepsis), wenn die Bakterien in die Blutbahn gelangen. Es kommt zur lebensbedrohlichen Allgemeininfektion die zu Herz- Kreislaufversagen und ausgedehnten Blutungen in die Haut und inneren Organe führt. An Meningokokken-C- kann man in jedem Alter erkranken. Kinder und Jugendliche erkranken im Vergleich zu anderen Altersgruppen am häufigsten.
Meningokokken B

Wie die Serogruppe C handelt es sich um ein Bakterium. Besonders gefährlich ist die Infektion für junge Säuglinge. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion (z.B. Husten, Niesen). Die Infektion führt am häufigsten zu eitriger Hirnhautentzündung mit schweren raschen Verläufen, welche eine sofortige intensivmedizinische Versorgung erfordern. Trotz aller Maßnahmen sind Todesfälle oder schwere Dauerschäden (Hörverlust, Amputation von Gliedmaßen, Schäden am Nervensystem) nicht immer vermeidbar.
 

Pneumokokken


Das Baketrium kann viele Krankheiten verursachen, wie Mittelohr- oder Nasennebenhöhlenentzündung aber auch lebensgefährliche Hirnhautentzündung, Lungenentzündung oder Blutvergiftung.

Die Übertragung von Pneumokokken erfolgt durch Tröpfchen in der Luft. (Husten, Niesen)


HPV (Humane Papillomaviren)

Die Impfung schützt gegen die Erkrankung an Gebärmutterhalskrebs, der in ca. 70-80% durch spezielle Typen des HPV-Virus ausgelöst werden kann.
Die Infektion erfolgt hauptsächlich über Geschelchtsverkehr, aber auch anderweitigen Kontakt des äußern weiblichen Genitale mit den Viren(Bäder, Toiletten u.ä.)